Dancing you will understand the world
Mit der Nacht zum Samstag, den 25. Oktober 2014 â also gerade jetzt â beginnt das Neue Jahr der Muslime mit dem 1. Muharram 1436. Und wir erinnern uns daran, daĂ der heilige Monat Muharram in besonderer Weise geehrt wird. Mit der Auswanderung des Propheten Muhammad, Friede auf ihm und den Seinen und Segen, von Mekka nach Medina, seiner Hijra, das heiĂt, dem Beginn des Mondjahres, in dem diese stattfand â 1. Muharram des Jahres 1 = 16. Juli 622 â begann die muslimische Zeitrechnung (vgl. Ibn Ishâq, Das Leben des Propheten).
Den Monat, in dem die Araber wichtige Geschäfte unternahmen und, von ihrer Gewohnheit abstehend, das BlutvergieĂen verbaten, nannten sie Muharram, den âVerbietendenâ (Naqschibandi-News 4/5/6 (1992/3)). â Einer der vier Monate des Jahres, in denen das Kämpfen verboten ist.
Wer den Neumond sieht, soll Ghusl nehmen, zwei Rakâaât beten, die Absicht fassen, zu fasten, und ein Bittgebet sprechen. Wer so am Ersten des Jahres handelt, an dem wird Shaitân das ganze Jahr Ăźber keine Freude haben. Wer am ersten und letzten Tag des Jahres fastet, erhält die Vergebung von fĂźnfzig Jahren.
Es ist weiterhin Ăźberliefert: Wer am ersten Jumâa des Jahres fastet, erhält die Vergebung der vorherigen SĂźnden. Wer drei Tage fastet, Donnerstag, Freitag und Samstag, dem wird Anbetung Allâhs fĂźr neunhundert Jahre angerechnet. Wer die ersten zehn Tage fastet, erhält das hĂśchste Paradies.
ÂťIm Monat Muharram fastete der wunderbare Prophet Muhammad, Friede und Segen seien mit ihm, den 10. Tag. Er sprach: âMeine Sunna ist die Sunna der Juden, welche am 10. Muharram auch fasteten. ...â So befahl er, den 10. Muharram zu fasten, und sprach: âWenn ihr meine Sunna befolgt, dann befolgt nicht die Sunna der Juden, denn wir fasten zwei Tage und sie nur einen.âÂŤ (aus einer Sohbet von Sheikh Hussein von Jordanien aus: Die Reise nach Mekka.)
Der 10. Muharram, âĂshĂťrâ, ist ein Festtag fĂźr die Muslime:
An diesem Tag âŚ
- erschuf Allâh Himmel und Erde, Adam und Eva,
- wurde Adam erwählt,
- strandete die Arche Noahs,
- wurde IbrâhÎm Freund Allâhs,
- wurde Dâwud vergeben,
- wurde Sulaimâns Reich zurßckgegeben,
- AyyĂťbs Krankheit weggenommen,
- YĂťnus aus dem Bauch des Wales befreit,
- traf YaqĂťb seinen Sohn YĂťsuf nach vierzig Jahren wieder,
- wurde âĂsâ geboren und in den Himmel genommen,
- heiratete der Prophet Muhammad Khadija â Friede und Segen sei auf ihnen allen.
Wer an diesem Tag Ghusl macht, wird nicht krank, wer an diesem Tag Khol nimmt, wird nicht augenkrank, wer an diesem Tag viel fĂźr seine Familie kauft, hat das ganze Jahr gute Versorgung.
Wer an diesem Tag oder besser dazu noch einen Tag vorher und nachher fastet, dem wird das ganze Jahr Fasten angerechnet. Er erhält die Belohnung von eintausend Hajj, eintausend Umra, eintausend Märtyrern, die Belohnung IsmââĂŽls, siebzigtausend SchlĂśsser im Paradies, Schutz vor der HĂślle, Belohnung von tausend Engeln. p{letter-spacing: 0.3em}. Mâ shââ allâh!
Wer vier Rakâaât betet â in jedem Rakâa Fâtiha und 11 Ikhlâs â erhält die Vergebung von fĂźnfhundert Jahren SĂźnde. Wer eintausend Ikhlâs spricht, den schaut Allâh der Allmächtige mit Gnadenaugen an und rechnet ihn zu den SiddiqĂŽn.
Der 14. ist der Geburtstag von Shah Naqshband. Am âĂshĂťrâ-Tag und am 14. wird geopfert.
Der Zehnte des Monats ist ein ganz besonderer Tag im islamischen Weltkalender, da den Muslimen, wann immer sie in Schwierigkeiten geraten waren, gÜttliche Hilfe und Unterstßtzung gewährt wurde. (Maulana Sheikh Nâzim Efendi)
Zur Erinnerung:
Allâh segnete die meisten Propheten am 10. Muharram. Er erschuf Sayyidinâ Adam, alayhi s-salâm, am 10. Muharram. IdrÎs, Henoch a. s. machte seine Himmelfahrt am 10. Muharram. Allen Propheten wurden ihre Bitten am 10. Muharram erfßllt.
An diesem Tag landete die Arche Noahs a. s. nach langer Fahrt. Die glĂźcklich Erretteten feierten ihre Landung mit einer Festtagsspeise aus Resten an Korn und Getreide.
Ferner geschah es an diesem Tag, daĂ der Prophet IbrâhĂŽm a. s. aus Nimruds Feuer errettet wurde; der Prophet MĂťsâ a. s. Ăźberquerte mit seinem Volk beim Exodus aus Ăgypten das Meer, das sich vor ihm Ăśffnete, während Pharao und seine Gefolgsleute ertranken.
Der Prophet JunĂťs a. s. wurde nach vierzigtägiger Gefangenschaft aus dem Bauch des Wals errettet. KĂśnig Sulaimân a. s. wurde am âĂshĂťrââ-Tag, einem Freitag, der Ring der Macht Ăźbergeben, der dem Propheten Adam gehĂśrt hatte, solange er im Paradies geweilt hatte. So wurden ihm Macht Ăźber Menschen und Jinn verliehen.
Dem Propheten AyyĂťb a. s. brachte dieser Tag ErlĂśsung von seinen PrĂźfungen und Gesundheit und grĂśĂere Wohlhabenheit als je zuvor.
An diesem Tag wurde der Messias âĂsâ a. s. vor seinen Feinden gerettet und in die Himmel aufgenommen.
Und dem Liebling Allâhs, Sayyidinâ Muhammad sal. wurden die sieben Himmel geÜffnet und Rettung vor dem Stamm der Quraisch geschenkt.
Fßr die Schiiten ist der 10. Muharram ein Trauertag, starb im Jahre 60 H. doch der Enkelsohn des Propheten, Husain, mÜge Allâh mit ihm zufrieden sein, den Märtyrertod.
Die Schiiten gedenken an diesem Tag vor allem des Märtyrertodes Sayyidinâ Husains und zahlreicher Sahaba in der Schlacht von Kerbala im Jahre 680. So ziehen in Karatschi Gruppen blutĂźberstrĂśmter GeiĂler durch die StraĂen. Ein blutbeflecktes Pferd vertritt das Reittier Sayyidinâ Husains.
Die Schia (arab. âParteiâ) entspringt in ausdrĂźcklichem Gegensatz zur Auffassung der anderen Muslime der Ablehnung eines nicht der Blutslinie Muhammads entstammenden Khalifats und im besonderen dem Konflikt der Anhänger âAlĂŽ ibn AbĂŽ Tâlibs, des Cousins und Schwiegersohnes Sayyidinâ Muhammads Ĺ mit den Umayyaden. Nach Auffassung der Schiiten ist âAlĂŽ der einzige rechtmäĂige Nachfolger Muhammads Ĺ, nicht aber einer der drei vorausgehenden Kalifen oder gar der Umayyaden und Abbasiden.
Als Sayyidinâ âAlĂŽ, mĂśge Allah mit ihm zufrieden sein, vierter Kalif geworden war, wurde dies von âĂâisha und Zubair auf der einen und MuââwĂŽya I., dem Vertreter der Umayyaden, unter dem Motto âRache fĂźr âUthmânâ nicht anerkannt. Dies fĂźhrte zum ersten BĂźrgerkrieg im Islam (656-661), in dessen Verlauf âAlĂŽ zwar âĂâisha besiegen, sich gegen MuââwĂŽya, der in Damaskus regierte, aber nicht durchsetzen konnte. Sayyidinâ âAlĂŽ wurde 661 ermordet, und MuâawĂŽya konnte binnen kurzem das Reich unter seiner Herrschaft wieder einigen.
Aus ihren Niederlagen hat die Schia eine Heilslehre von Leiden, SĂźnde, Reue, BuĂe und Strafe entwickelt, in der der still duldende Märtyrer das Ideal ist. Und ihre Hoffnungen richten sich auf einen von Gott gesandten ârechtgeleitetenâ Nachfolger âAlĂŽs (al-MahdĂŽ) â fĂźr die âZwĂślferschiaâ der verborgene zwĂślfte Imam Muhammad â, der alle politische und religiĂśse Spaltung des Islam beendet, den Ur-Islam wiederherstellen und ein Reich der Gerechtigkeit Ăźber die gesamte Erde errichten soll.
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