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TarawĂźh-Gebet. â Wir sagen "Ramadan MubĂąrak!" oder "Ramazan MĂŒbarek Olsun!" â  Was dieser ganz besondere Monat nicht allein fĂŒr die Muslime, sondern fĂŒr alle Menschen und nicht nur fĂŒr sie, sondern alle Lebewesen auf diesem Planeten auf sich hat, soll in den folgendne Zeilen zur Sprache kommen:
â »Der Monat RamadĂąn,
in welchem der QurâĂąn herabgesandt wurde
als eine Leitung fĂŒr die Menschen und als Zeugnis
der Leitung und Unterscheidung.«
(Die Kuh, 2:185)
Ăber diesen groĂen, feierlichen Monat sagte der heilige Prophet, auf den und die Seinen Allah Segen und Frieden sende: »Sein Anfang ist Barmherzigkeit, seine Mitte Vergebung und sein Ende eure Errettung vor dem Feuer der Hölle.«
Als an einem Freitag der heilige Prophet die Kanzel, Minbar, bestieg, um die Predigt des Jumâa, Freitagsgebets, zu geben, betrat er die erste Stufe. Als sein anderer FuĂ die zweite Stufe berĂŒhrte, sagte er vernehmbar »ĂmĂźn«. Er bestieg die dritte Stufe und sagte wiederum »ĂmĂźn«. Und als er auf der dritten Stufe zu stehen kam, sagte er noch einmal »ĂmĂźn«.
Nachdem er die Khutba gegeben und das Jumâa-Gebet gebetet hatte und die Jumâa-Gemeinde sich verlaufen hatte, erhob sich sein GefĂ€hrte âUmar und fragte: »O RasĂ»lullĂąh, als du die Stufen des Minbars bestiegst, hörten wir dich dreimal »ĂmĂźn« sagen; was ist der Grund dafĂŒr gewesen?«, denn sie wuĂten alle, daĂ jede Handlung des heiligen Propheten eine Bedeutung hat. Der heilige Prophet gab zur Antwort: »Als ich die erste Stufe bestieg, erschien mir der Engel Gabriel mit dem Befehl meines Herrn. Er gab mir den FriedensgruĂ, SalĂąm, und sagte: ,Wenn jemand deinen Namen erwĂ€hnt, ohne Heil- und FriedenswĂŒnsche â salĂąt wa salĂąm â hinzuzufĂŒgen, so soll er erniedrigt werden (wörtlich: seine Nase in den Staub getreten werden).âč Darauf sagte ich âșĂmĂźnâč. Als ich auf der zweiten Stufe zu stehen kam, war der Engel bereits zum siebten Himmel und zurĂŒck geflogen und hatte neuen Befehl vom Herrn der Welten gebracht. Er sprach: âșO Prophet AllĂąhs, wenn einer seine Eltern nicht zufriedenstellt und ihnen nicht wohlgefĂ€llig ist, so wird er erniedrigt werden.âč Darauf erwiderte ich abermals âșĂmĂźnâč.« â Dies ist ein sehr wichtiger Punkt: Auch wenn die Eltern keine Muslime sind, muĂ man danach trachten, sie zufriedenzustellen. Der Sohn ist zwar nicht verpflichtet, sie zu ihrer Kirche hinzubringen, aber er muĂ sie abholen und sie notfalls auf seinem RĂŒcken heimtragen. Er muĂ den Wein nicht vor sie hinstellen, so sie ihn verlangen, aber er muĂ ihnen das Glas abnehmen, wenn sie diesen Dienst von ihm fordern. Diese Dienste können die Eltern mit Recht von ihrem Kind beanspruchen.
»Dann«, fuhr der heilige Prophet fort, »als ich die dritte Stufe erklommen hatte, erschien der Engel ein weiteres Mal und sagte: âșWenn ein Mensch den RamadĂąn erlebt, er aber in diesem Monat keine Gnade fĂŒr sich erlangen kann, so ist es um ihn geschehen.âč âșĂmĂźnâč, antwortete ich auch darauf.« â »Denn RamadĂąn ist der Monat der Gnade und Vergebung AllĂąhs des Erhabenen, und wer in diesem Monat keine Vergebung erlangt, der ist verloren«, sprach der heilige Prophet.
Der »segnende« heilige RamadĂąn ist ein Monat der Gnade. Jede Stunde, von der ersten Stunde des ersten Tages an, werden 300 000 SĂŒnder aus der Hölle entlassen. Wenn auch ihre Verfehlungen groĂ waren, so verzeiht AllĂąh der AllmĂ€chtige ihnen doch zu Ehren des heiligen Monats und des Respekts, den sie den Fastenden entgegengebracht und der Dienste, die sie diesen geleistet haben. Bis zur heiligen Nacht Lailat al-Qadr, der Nacht der Macht, wird eine ungeheuer groĂe Zahl die Gnade AllĂąhs erlangt haben. Wem es trotzdem nicht gelungen ist, vor Gott in dieser Zeit Gnade zu finden, der hat in der Tat viel verwirkt.
Der heilige Prophet sagte auch: »Wer am Jumâa, Freitag, hundertmal salĂąt wa salĂąm (Heil- und FriedenswĂŒnsche) auf den Propheten ausspricht, dem gibt der Herr am JĂŒngsten Tage ein Licht, das die ganze Versammlung am Platz der Auferstehung beleuchten wird. Und wer den heiligen Monat RamadĂąn mit freudigem Herzen begrĂŒĂt und ihn herbeisehnt, dessen Körper wird von dem Feuer der Hölle nicht berĂŒhrt.«
In einem Hadßth qudsß sagt Allùh der Erhabene: »In der ersten Nacht des Ramadùn spricht der Erhabene: Wer Uns liebt, den lieben auch Wir; wen nach Uns verlangt, nach dem verlangen auch Wir; Wer Uns um Vergebung ersucht, dem vergeben Wir zu Ehren des Monats Ramadùn.«
Im RamadĂąn ergeht der Befehl des Herrn an die »Schreiber« unter den Engeln, daĂ sie nur die guten Taten der Fastenden aufzeichnen und nicht ihre bösen und daĂ sie die SĂŒnden vom Register löschen.
Des heiligen Propheten GefĂ€hrte âAbbĂąs berichtet, daĂ der heilige Prophet gesagt habe: »WĂŒĂte meine Gemeinde, wie groĂ der Segen des RamadĂąn ist, wie viele SĂŒnden darin vergeben und wieviel Gnade und Lohn darin gespendet werden, sie wĂŒrden wĂŒnschen, der RamadĂąn dauerte das ganze Jahr an, und sie verbrĂ€chten den gesamten Monat in Anbetung und Gottesdienst.«
Der heilige Prophet sagte: »Jeden verlangt nach dem Paradies. Das Paradies aber verlangt nach viererlei Leuten: nach denen, die den Koran lesen (HĂąfi| oder Vortragende), nach denen, die die Armen speisen, denen, die im heiligen RamadĂąn fasten, und solchen, die ihre Zunge vor bösen Worten zu hĂŒten wissen.«
»O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, wie es den FrĂŒheren vorgeschrieben ward: Vielleicht werdet ihr gottesfĂŒrchtig.« (Die Kuh, 2:183)
AllĂąh der AllmĂ€chtige hat das Fasten fĂŒr uns verbindlich gemacht wie fĂŒr diejenigen, die uns vorausgingen. Das Paradies sehnt sich nach denen, die fasten. FĂŒr jede gute Tat und jedes Gebet belohnt AllĂąh den GlĂ€ubigen, und der Lohn, den er empfangen wird, ist in den HadĂźthen oft und ausfĂŒhrlich beschrieben. Nur den Lohn des Fastens hat AllĂąh der Erhabene nicht bekanntgemacht, denn Er sagt:
»Das Fasten ist Mein, und Ich bin es, der es belohnt. Der Fastende enthÀlt sich der Lust, des Essens und des Trinkens um Meinetwillen. Fasten ist wie ein Schutzschild, und der gefastet hat, wird zwei Freuden kennen: die Freude des Fastenbrechens und die Freude der Begegnung mit seinem Herrn. Und der Geruch, der dem Munde des Fastenden entströmt, ist nach Allùhs Befinden besser als der Geruch von Moschus ...« (Hadßth qudsß, nach Al-Bukhùrß)
So hoch also wertet AllĂąh den Verdienst des Fastenden, und sogar sein Schlaf wird ihm als Gottesdienst angerechnet.
Ein anderes HadĂźth qudsĂź besagt: »Jede gute Tat, die ein Mensch vollbringt, tut er fĂŒr sich, auĂer dem Fasten: Das ist fĂŒr Mich, und Ich bin es, der es belohnt.«
Jedes Gebet, jede fromme Handlung, die ein Muslim ausfĂŒhrt, tut er fĂŒr sich, das Fasten aber ist eines der Geheimnisse AllĂąhs, und das Fasten allein ist eine nicht sichtbare Form der Verehrung. Jeder kann beim Gebet, beim Koran-Lesen, bei einer Pilgerfahrt usw. gesehen werden, aber das Fasten ist verborgen, und nur AllĂąh weiĂ es, und AllĂąh allein weiĂ auch seinen Lohn.
Der heilige Prophet , salla llĂąhu 'alayhi wa sallam, sagte: »Am Tage des Gerichts wird einer Schar von Seelen FlĂŒgel gegeben, und sie lassen sich auf der Mauer des Paradieses nieder. Die TorhĂŒter des Paradieses fragen erstaunt: âșWer seid ihr?âč âșWir gehören zur Gemeinde des Propheten Muhammadâč, werden sie antworten. âșSeid ihr denn gerichtet worden?âč fragen die HĂŒter des Paradieses. âșNeinâč, antwortet die geflĂŒgelte Schar. âșHabt ihr die BrĂŒcke des SirĂąt gesehen?âč fragen die Engel weiter. âșNeinâč, werden sie antworten. âșWie kommt ihr zu diesem hohen Rang?âč fragen die Engel. âșWir ĂŒbten auf GeheiĂ AllĂąhs eine geheime Form der Anbetung, (i. e. das Fasten), und so hat Er uns auf geheimem Wege hierhergebracht ...«
Der heilige Prophet hat auch gesagt: »Mir und meiner Gemeinde hat AllĂąh der AllmĂ€chtige fĂŒnf Dinge gegeben, die keiner Gemeinde vor der meinigen gegeben wurden:
Deren erstes ist der Blick der Gnade, den AllĂąh in der ersten Nacht des heiligen RamadĂąn auf sie wirft; wer von diesem Blick erfaĂt wird, den wird die ewige Strafe nicht berĂŒhren.
Das zweite ist, daĂ AllĂąh Seinen Engeln geboten hat, fĂŒr die Gemeinde Muhammads um Vergebung zu bitten.
Das dritte: Der Geruch, der dem Munde eines Seiner fastenden Knechte entströmt, ist Ihm lieblicher als Moschus oder Ambra.
Das vierte: AllĂąh der Erhabene hat zu Seinem Paradiese gesagt: âșO Paradies, schmĂŒcke dich festlich, denn Mein fastender Knecht ist auf dem Weg zu dir.âč
Und fĂŒnftens wird Er einem jeden der Gemeinde Muhammads Verzeihung dafĂŒr gewĂ€hren, daĂ er âșLĂą ilĂąha illĂą llĂąh, Muhammadu r-rasĂ»lu llĂąhâč gesprochen hat.«
* * *
Eines Tages sprach der Prophet MĂ»sĂą, 'alayhi s-salĂąm, zum Herrn: »O mein Herr und Gott, wie reich hast Du mich mit Gaben und VorzĂŒgen bedacht; Du sprichst unmittelbar zu mir, ohne einen Mittler â kann es einen höheren Grad an NĂ€he und Vertrautheit mit Dir geben? Istâs möglich, daĂ Du irgendeinen Menschen mit höheren Ehrungen bedacht hast als mich?« Der Herr antwortete ihm und sprach:
»O MĂ»sĂą, es ist wahr, Ich spreche ohne Mittler zu dir, aber wisse, daĂ sich zwischen Mir und dir siebzigtausend Schleier befinden. Am Ende der Zeiten aber werde Ich einen Propheten zu einer sehr schwachen Gemeinde entsenden, und sein Name wird Muhammad sein, der Geliebte AllĂąhs. Dieser Gemeinde werde ich einen Fastenmonat auferlegen. Wenn sie ihr Fasten allabendlich brechen, werde Ich so viel Gunst und Gnade auf sie herabsenden, o MĂ»sĂą, daĂ zwischen Mir und ihnen nur ein einziger Schleier bestehen bleibt. Dieser Schleier ist der Schleier des Todes.« WĂ€re es möglich, den allmĂ€chtigen Herrn der Welten und das Paradies in diesem Leben zu erblicken, so geschĂ€he dies demjenigen, der den heiligen RamadĂąn fastet und Ăyat al-KursĂź (2:255) liest. »Wohl ergeht es denen, o MĂ»sĂą, die um Meinetwillen ihren Hunger ertragen und deren Lungen vor Durst schier verbrennen! Ich, dein Herr und Gott, bin diesen Knechten nĂ€her noch als dir, o MĂ»sĂą!«
Der groĂe Heilige DĂąwĂ»d atTĂąâĂź schlief einmal wĂ€hrend des RamadĂąns am Tage ein. Er sah einen Traum: Sich selbst sah er an einem FluĂ des Paradieses sitzen, dessen Ufer aus grĂŒnem Smaragd bestand und in welchem Kiesel aus rotem Rubin lagen. In seiner NĂ€he befanden sich die Jungfrauen des Paradieses, Huris genannt, deren Antlitz so hell wie die Sonne strahlt.
Er betrachtete sie voll Erstauen und sagte: »LĂą ilĂąha illĂą llĂąh, Muhammadu r-rasĂ»lu llĂąh!« Sie antworteten ihm mit den nĂ€mlichen Worten und stellten sich ihm vor: »Wir sind als Frauen denen bestimmt, die im RamadĂąn fasten und beten und TasbĂźh (Lobpreis Gottes) und Sajda (Niederwerfung) machen.« Diese Huris tragen jeweils siebzig GewĂ€nder, eins ĂŒber dem anderen, und jedes Gewand ist von einer anderen Form und Farbe, aber wunderbarerweise verdeckt ein Gewand nicht das nĂ€chste, sondern alle sind gleichzeitig sichtbar. Die Huris thronen auf herrlichen Sesseln aus Rubin und Smaragd und ruhen auf goldenen, perlenĂŒbersĂ€ten Liegen. Vor ihnen, auf Tischen ausgebreitet, stehen viele Teller und Schalen voll köstlicher Speisen und GetrĂ€nke.
»Dies ist das Mahl fĂŒr die, die im RamadĂąn gefastet haben, und dieses Paradiesgelage ist nur fĂŒr sie zubereitet«, sagen die Huris, die auf ihren Gemahl warten ...
Ibn âAbbĂąs berichtet, daĂ der heilige Prophet gesagt habe: »In der ersten Nacht des Monats RamadĂąn erhebt sich ein Wind unterhalb des göttlichen Thrones. Dieser Wind weht durch die WĂ€lder des Paradieses, und das Laub an den Ăsten seiner BĂ€ume wird davon berĂŒhrt und beginnt zu rascheln. Dieses Rascheln aber ist von einer solchen Melodie und SĂŒĂigkeit, daĂ sogar die Huris, deren Stimmen an Lieblichkeit alles ĂŒbertreffen, ĂŒberrascht aufschauen und einander befragen, woher nur diese sĂŒĂen Töne kommen mögen. Eine Stimme antwortet ihnen: »Es ist die erste Nacht des heiligen RamadĂąn, und ein Wind voll göttlicher Gnade hat sich erhoben und regt die BĂ€ume in den GĂ€rten, die der Gemeinde Muhammads gehören, die nun das Fasten des RamadĂąn beginnt ...« Da sprechen die Huris ein Gebet und sagen: »O Herr, daĂ wir doch denen Deiner Diener angehören möchten, die in diesem heiligen Monat fasten ...«
Von Ibn âAbbĂąs wird auch berichtet, daĂ er den heiligen Propheten hat sagen hören: »Wer in der ersten Nacht des RamadĂąns aufsteht (um zu beten), dessen Herz wird AllĂąh zu neuem Leben erwecken.« So wie einer die Nacht durch seine Gebete und Ăbungen belebt, so wird AllĂąh sein Herz wiederbeleben, wenn es gestorben ist.
Wenn die Sichel des jungen RamadĂąnmondes erscheint, rufen all die Engel um den Thron Gottes voll Freuden aus: »Welch groĂes GlĂŒck fĂŒr die Gemeinde Muhammads! TĂ»bĂą li ummati Muhammad! Welch ein Segen, diesen heiligen Monat erleben zu dĂŒrfen!« Sonne, Mond und Sterne, die Fische im Meer und die Vögel in der Luft, alles, was von Gott geschaffen ist und zwischen Himmel und Erden Leben hat, preist den Herrn und erbittet Vergebung fĂŒr die Gemeinde Muhammads und fĂŒr die, die das Fasten einhalten. Einzig und allein Schaitan, der verfluchte Satan, schreit auf vor Schmerz und Zorn, da er zusehen muĂ, wie soviel Gnade und Vergebung auf die SĂŒnder herabgesandt wird, die er schon fĂŒr seine sichere Beute gehalten hatte. Aber AllĂąh vergibt in diesem Monat allen Menschen und befiehlt seinen Engeln, all ihre Gebete, ihr Fasten und ihre Anrufungen der Gemeinde Muhammads zu stiften.
Der heilige Prophet hat gesagt: »In der ersten Nacht des Ramadùn werden alle Teufel und Dschinn in Fesseln geschlagen und gebunden, so daà sie das Fasten der Muslime nicht stören können. Die sieben Tore der Hölle werden auch verschlossen bis zum Ende des heiligen Ramadùn.«
Die acht Tore des Paradieses werden dann geöffnet, und in jeder Nacht ruft der Herr dreimal: »Wer von Mir etwas wĂŒnscht, dessen Wunsch werde ich erfĂŒllen; wer sich zu Mir bekehrt, dessen Bekehrung nehme Ich an; wer von Mir Vergebung erbittet, dem werde Ich vergeben und vor der Hölle bewahren.«
Des Propheten GefĂ€hrte âUmar berichtet vom heiligen Propheten: »Wenn einer aus meiner Gemeinde in einer Nacht des RamadĂąn erwacht und sich in seinem Bette rĂŒhrt, dann sprechen zwei Engel an seiner Lagerstatt zu ihm: âșAuf, auf, o Knecht Gottes, denn AllĂąh der Allbarmherzige wĂŒnscht dir von Seiner Gnade und Vergebung zu gewĂ€hren und dich zu segnen â drum erhebe dich!âč Wenn dieser Mensch nun aufsteht, beginnt ihn sein Bett zu loben und betet fĂŒr ihn: âșO AllĂąh, gib ihm ein Lager und eine Ruhestatt im höchsten Paradies!âč Er beginnt sich anzukleiden, und seine Kleider segnen ihn: âșO Herr, bekleide ihn mit den GewĂ€ndern des Paradieses!âč Wenn er in seine Schuhe schlĂŒpft, segnen ihn diese und sagen: âșO Herr, festige seinen Schritt und laĂ ihn nicht auf der BrĂŒcke des SirĂąt ausgleiten!âč Nimmt er sodann einen Krug oder ein GefĂ€Ă, um seine Waschung vorzunehmen, so betet das GefÀà fĂŒr ihn: âșHerr, gib ihm ParadieskrĂŒge, damit er sich reinigen kann!âč Er beginnt sich zu waschen (WudĂ»â), und das Wasser leistet FĂŒrbitte: âșO Herr, so wie das Wasser seinen Mund reinigt, so reinige Du ihn von aller SĂŒnde!âč Wenn er dann zwei RakaâĂąt des Gebets betet, bittet sein Haus fĂŒr ihn: âșO AllĂąh, sollte sein Grab eng fĂŒr ihn werden, so weite es ihm und mache es zu einem Ort der Gnade, nicht der Strafe!âč Wenn er dann betet, schaut AllĂąh der AllmĂ€chtige auf ihn mit dem Blick der göttlichen Barmherzigkeit und spricht: âșO Mein Knecht, du bist Mein Diener, und Ich bin dein Gott und Herr. Dein ist das Bitten, und Mein ist die Antwort, dein ist der Wunsch, und Mein ist die ErfĂŒllung, dein ist es, um Vergebung zu flehen, und Mein ist es, sie zu gewĂ€hren.âč So spricht AllĂąh zu Seinem Knecht.«
AllĂąh sprach zu Seinem Propheten MĂ»sĂą auf dem Berge Sinai und sagte: »Ich habe der Gemeinde Muhammads zwei Lichter gegeben, um damit zweierlei Dunkelheit zu beleuchten.« MĂ»sĂą fragte den Herrn: »Welches sind die zwei Lichter?« Der Herr antwortete: »Das eine ist das Licht des RamadĂąn, das andere das Licht des Korans.« MĂ»sĂą fragte dann: »Und welches sind die zweierlei Finsternisse?« Der Herr sprach: »Die eine ist die Finsternis des Grabes, die andere die des JĂŒngsten Tages. Wer den Koran liest, dessen Grab wird beleuchtet sein, und wer den RamadĂąn fastet, der wird am JĂŒngsten Tage Licht haben.«
Das TarĂąwĂźh-Gebet
 Sayidina AlĂź, karrama llĂąhu wajhah, des heiligen Propheten Schwiegersohn, sprach ĂŒber die Vortrefflichkeit des TarĂąwĂźh-Gebetes, welches auch zu der Sunna des heiligen Propheten gehört.
Er sagte: »Wer in der ersten Nacht des Ramadùn das Tarùwßh-Gebet verrichtet, der wird rein und bar jeglicher Schuld wie ein neugeborenes Kind.
Wer das TarĂąwĂźh-Gebet in der zweiten Nacht betet, dessen Vater und Mutter erlangen Vergebung, sofern sie Muslime waren.
Wer in der dritten Nacht TarĂąwĂźh betet, dem bringt ein Engel vom Thron Gottes die Freudenbotschaft, daĂ er nun gelĂ€utert sei und AllĂąh ihm all seine vergangenen SĂŒnden vergeben habe.
Wer in der vierten Nacht betet, fĂŒr den schreibt AllĂąh den Lohn fĂŒr das Lesen aller heiligen Schriften, Thora, Evangelien (InjĂźl), Psalter (ZabĂ»r) und Koran (QurâĂąn).
Wer in der fĂŒnften Nacht TarĂąwĂźh betet, der erhĂ€lt soviel Verdienst, als habe er in der heiligen Moschee Masjid al-AqsĂą in Jerusalem oder in Medina gebetet.
FĂŒr das Gebet in der sechsten Nacht erhĂ€lt er den Lohn, als habe er TawĂąf um das heilige Himmelshaus, Bait al-MaâmĂ»r, gemacht, und alle Steine und der Staub der Erde beten fĂŒr ihn und leisten FĂŒrbitte seinethalben.
Wer in der siebenten Nacht Tarùwßh betet, der erhÀlt soviel, als hÀtte er zur Zeit des Propheten Mûsù gelebt und wÀre sein Helfer gegen Pharao gewesen.
FĂŒr das TarĂąwĂźh-Gebet in der achten Nacht wird er belohnt, wie der Prophet IbrĂąhĂźm von seinem Herrn belohnt wurde.
In der neunten Nacht erhĂ€lt er fĂŒr das TarĂąwĂźh-Gebet soviel Segen, als habe er gemeinsam mit dem heiligen Propheten Muhammad gebetet.
FĂŒr das TarĂąwĂźh-Gebet in der zehnten Nacht teilt ihm AllĂąh der Allbarmherzige alles Gute in diesem und dem nĂ€chsten Leben zu.
Wenn einer in der elften Nacht des RamadĂąn TarĂąwĂźh betet, so wird er sĂŒndenfrei die Welt verlassen, rein wie ein neugeborenes Kind.
Wer in der zwölften Nacht Tarùwßh betet, dessen Antlitz wird am Tag des Gerichts leuchten wie der volle Mond.
Wer in der dreizehnten Nacht betet, der wird vor allen Ăbeln und Teufeln beschĂŒtzt werden.
Wer in der vierzehnten Nacht TarĂąwĂźh betet, fĂŒr ihn treten die buchfĂŒhrenden Engel als FĂŒrsprecher ein und sagen: âșO Herr, dieser Mensch hat TarĂąwĂźh gebetetâč, und seine PrĂŒfung am JĂŒngsten Tag wird ihm leicht gemacht werden.
Wer in der fĂŒnfzehnten Nacht TarĂąwĂźh betet, fĂŒr den bitten die Engel des göttlichen Thrones und des Thronsaales um Vergebung.
Wer in der sechzehnten Nacht betet, dem verspricht der Herr Sicherheit vor dem Feuer der Hölle und verheiĂt ihm Eingang in das Paradies.
FĂŒr das TarĂąwĂźh-Gebet in der siebzehnten Nacht des RamadĂąn gibt ihm AllĂąh den Lohn der Propheten.
In der achtzehnten Nacht ruft ein Engel aus himmlischen Höhen: âșDir, Knecht Gottes, frohe Botschaft! Der Herr hat an dir Sein Wohlgefallen und an deinen Eltern auch!âč
In der neunzehnten Nacht erlangt er die WĂŒrde, zu den Bewohnern des Höchsten Paradieses Firdausi âĂąlĂą zu gehören.
In der zwanzigsten Nacht gibt ihm AllĂąh den Lohn der MĂ€rtyrer und Gerechten.
In der einundzwanzigsten Nacht erbaut der Herr fĂŒr ihn ein Paradieshaus aus lauterem Licht.
In der zweiundzwanzigsten Nacht erreicht er, daĂ er am JĂŒngsten Tag ohne Gram und Leiden, mit freudigem Herzen zum Platz des Gerichts gefĂŒhrt wird.
FĂŒr sein TarĂąwĂźh-Gebet in der dreiundzwanzigsten Nacht belohnt ihn AllĂąh mit einem herrlichen Palast im Paradies.
Wenn er in der vierundzwanzigsten Nacht Tarùwßh betet, erhört Allùh vierundzwanzig seiner Bitten in dieser Nacht.
FĂŒr das Gebet in der fĂŒnfundzwanzigsten Nacht wird ihn AllĂąh im Grabe von Strafe befreien.
Wer in der sechsundzwanzigsten Nacht Tarùwßh betet, erhÀlt den Lohn von vierzig Jahren Gebet.
Wer in der siebenundzwanzigsten Nacht TarĂąwĂźh betet, wird die BrĂŒcke des SirĂąt mit Blitzesschnelle ĂŒberqueren.
FĂŒr das Gebet in der achtundzwanzigsten Nacht wird sein Rang im Paradies tausendfach erhöht.
In der neunundzwanzigsten Nacht gibt ihm der Herr den Lohn von eintausend heiligen Streitern.
In der dreiĂigsten Nacht spricht der Herr selbst zu ihm und sagt: âșO Mein Diener, iĂ von den FrĂŒchten des Paradieses und labe dich an seinen FlĂŒssen, denn Ich bin dein Herr und Gott, und du bist Mein geliebter Knecht.âč«
* * *
Es lebte einmal ein Mann mit Namen Muhammad, der elf Monate lang weder fastete noch betete. Wenn aber der RamadĂąn gekommen war, da wusch er sich, legte neue Kleider an und parfĂŒmierte seinen Bart, begann zu fasten und betete die Gebete des ganzen vergangenen Jahres nach. Man fragte ihn nach dem Grund fĂŒr seine Handlung. Er antwortete: »Dieser Monat RamadĂąn ist der Monat der BuĂe und der Vergebung, der Gnade und des besonderen Segens. Ich vertraue darauf, daĂ mein Herr mir all meine SĂŒnden in diesem Monat vergibt; darum bete ich immer im RamadĂąn.«
Es geschah, als dieser Mann Muhammad gestorben war, daĂ er einigen seiner Freunde im Traum erschien. Sie fragten ihn alle: »Wie ist es dir ergangen? Wie hat der Herr an dir gehandelt?« Und sie bekamen alle zur Antwort: »AllĂąh der Allerbarmer hat mir meine SĂŒnden vergeben, dafĂŒr, daĂ ich den heiligen RamadĂąn in Ehren hielt.«
Anas bin MĂąlik berichtet, daĂ der heilige Prophet gesagt habe: »Wer im heiligen Monat RamadĂąn die Gesellschaft von Gottesgelehrten sucht, der wird fĂŒr jeden Schritt, den er auf diese Versammlung zu tut, den Lohn der Gebete eines ganzen Jahres erhalten, und er wird am Tage der Auferstehung mit mir zusammen vor dem Thron der Gnade zu stehen kommen. Und wer den ganzen Monat RamadĂąn hindurch alle Gebete in der Gemeinschaft, JamĂąâa, betet, dem wird AllĂąh der Erhabene fĂŒr jede Gebetseinheit, Rakâa, eine Stadt im Paradies bescheren, angefĂŒllt mit unbeschreiblichen Wonnen. Und wer im RamadĂąn das Wohlgefallen seiner Eltern erlangt, auf den fĂ€llt der Blick der Gnade AllĂąhs des Allbarmherzigen. Und ich bin sein GewĂ€hrsmann: Er wird im Paradies sein!«
Eine Frau, deren Ehemann im RamadĂąn mit ihr zufrieden ist, empfĂ€ngt den Lohn der Maryam, Mutter âĂsĂąs, 'alayhi s-salĂąm, und des Pharaos Gattin Asiya.
Wenn jemand im RamadĂąn die Not eines Muslims lindert, so wird AllĂąh eintausend seiner BedĂŒrfnisse erfĂŒllen.
AbĂ» Huraira berichtet, er habe vom heiligen Propheten gehört: »Wenn jemand im RamadĂąn ein Licht (eine Lampe) in der Moschee anzĂŒndet, so wird AllĂąh fĂŒr ihn ein Licht in seinem Grabe scheinen lassen und ihm den Lohn all der Gebete zuschreiben, die in der von seinem Licht beleuchteten Moschee gebetet werden. Die Engel beten fĂŒr ihn, und die den Thron Gottes tragen, bitten fĂŒr ihn um Vergebung, solange sein Licht dort brennt.«
Die heilige Nacht:
Lailat al-Qadr
 Die heiligen Schriften wurden alle im Monat RamadĂąn herabgesandt. Die Seiten der Offenbarung, die der Prophet IbrĂąhĂźm, 'alayhi s-salĂąm, erhielt, kamen am ersten Tage des RamadĂąn. Ebenso wurde fĂŒnfhundert Jahre spĂ€ter die Thora am ersten RamadĂąn empfangen. DĂąwud, 'alayhi s-salĂąm, erhielt den Psalter, ZabĂ»r, in der zwölften Nacht des RamadĂąn. Eintausendeinhundert Jahre spĂ€ter, in der achtzehnten Nacht des RamadĂąn, wurden die AnĂąjĂźl, die Evangelien, âĂsĂą, 'alayhi s-salĂąm, geoffenbart.
Die Offenbarung des heiligen QurâĂąn fand in der siebenundzwanzigsten Nacht des RamadĂąn sechshundertzwanzig Jahre danach statt. Daher wird diese Nacht besonders gefeiert, und man nimmt an, daĂ sie die »Nacht der Macht«, Lailat al-Qadr, ist.
»Siehe, wir haben ihn
in der Nacht al-Qadr hinabgesandt.
Und was lĂ€Ăt dich wissen, was die Nacht al-Qadr ist?
Die Nacht al-Qadr ist besser als tausend Monde.
Hinab steigen die Engel und der Geist (Gabriel) in ihr
mit ihres Herrn Erlaubnis zu jeglichem GeheiĂ.
Frieden ist sie bis zum Aufgang der Morgenröte.«
(Surat al-Qadr, 97)
Als der heilige Prophet seinen GefĂ€hrten die Geschichte Sansums erzĂ€hlt hatte, waren sie betrĂŒbt. Er sah, daĂ sie bedrĂŒckt waren, und fragte sie, was sie an dieser ErzĂ€hlung so traurig stimmte.
Da antworteten sie ihm: »O Rasûlullùh, wir, die Gemeinde des letzten Propheten, was sind wir doch ein schwaches Volk! Dieser Held Samsun, von dem wir soeben vernommen haben, ihm verlieh Allùh der AllmÀchtige solche Lebenskraft und StÀrke, daà er volle zweitausend Monate, das sind zweimal dreiundachtzig Jahre, Ihm dienen und auf Seinem Wege gegen die UnglÀubigen streiten konnte! WÀhrend wir, wenn wir das Alter von achtzig Jahren erreicht haben, uns kaum von unserem Sitz erheben können. Wir empfinden es als Schmerz und bitteren Verlust, daà uns dieser Lohn versagt bleibt.«
Der heilige Prophet senkte das Haupt und antwortete nicht sogleich. Als er den Kopf wieder hob, war der Engel Gabriel mit einer Offenbarung zu ihm gekommen, und der heilige Prophet teilte seinen GefĂ€hrten die Sure der »Macht« (al-Qadr, Sure 97) mit. Der Prophet war darĂŒber voller Freude. Denn diese Sure sagte, daĂ die Offenbarung des heiligen QurâĂąn in der Nacht der Macht begonnen hatte, das heiĂt, in dieser Nacht der heilige QurâĂąn von der wohlverwahrten Tafel al-lauh al-mahfĂ»| in der Göttlichen Gegenwart auf die Erde herabgesandt wurde. »Und weiĂt du, was sie ist, die Nacht der Macht? Diese Nacht ist kostbarer als eintausend Monate ...«, spricht AllĂąh, und diese kostbare Nacht hat Er der Gemeinde Muhammads gegeben und ihnen zum Geschenk gemacht.
Welches ist nun diese heilige Nacht? Man nimmt allgemein an, es sei die siebenundzwanzigste Nacht des RamadĂąn, weil dies die Nacht der Offenbarung des QurâĂąn ist, aber genau weiĂ man es nicht. Es könnte jede ungerade Nacht sein, die erste, dritte, siebte, mit gröĂerer Wahrscheinlichkeit aber eine der letzten ungeraden NĂ€chte dieses Monats. AllĂąh der AllmĂ€chtige hat dieses Wissen verborgen gehalten; Er hat diese hochheilige Nacht im Monat RamadĂąn verborgen, damit jeder Tag des RamadĂąn geehrt werde. Ebenso hat Er den allerheiligsten Namen im QurâĂąn verborgen, denn wĂŒĂte einer diesen Namen, so wĂŒrde er nach nichts weiterem verlangen; so aber, wenn einer den ganzen QurâĂąn gelesen hat, hat er damit auch den allerheiligsten Namen gelesen. Auch Seine Heiligen und auserwĂ€hlten Freunde hat Er in der Menge des gemeinen Volkes verborgen, damit man einen jeden Seiner Diener ehrt und niemanden verachtet, denn man kann nicht wissen, ob nicht gerade der, von dem man es am wenigsten vermutet, einer der Heiligen ist.
In dieser Nacht der Macht befiehlt AllĂąh der AllmĂ€chtige Seinen Erzengeln JibrĂźl, MĂźkĂąâĂźl und IsrĂąfĂźl: »Macht euch bereit!« Jeder dieser Erzengel versammelt dann eine Schar von siebzigtausend Engeln, die wiederum ein jeder siebzigtausend weitere Engel befehligen, und mit wehenden Fahnen steigen die Engelsheere dann auf die Erde herab. Eine ihrer Fahnen ist die »Fahne des Lobes«, unter der am JĂŒngsten Tage der Prophet Muhammad , salla llĂąhu 'alayhi wa sallam, seine Gemeinde versammeln wird; die zweite Fahne ist die »Fahne der GĂŒte«, die dritte ist die »Fahne der Vergebung« und die vierte die »Fahne der Gnade«. Die »Fahne des Lobes« wird zwischen Himmel und Erde aufgestellt, die »Fahne der Vergebung« auf der ehrwĂŒrdigen Kaaba, die »Fahne der Gnade« auf des Propheten Muhammads Grab in Medina und die »Fahne der GĂŒte« auf dem heiligen Haus in Jerusalem. Nachdem die Engel diese Fahnen aufgestellt haben, gehen sie auf Erden umher und entbieten den FriedensgruĂ. Sie grĂŒĂen alle GlĂ€ubigen in dieser Nacht. Sie besuchen die HĂ€user, in denen Muslime wohnen, und grĂŒĂen deren Bewohner. Manchen HĂ€usern erteilen sie von auĂen ihren GruĂ und gehen weiter. Andere HĂ€user betreten sie und geben ihre SalĂąms, dann gehen sie weiter. Wieder andere HĂ€user betreten die Engel und begrĂŒĂen deren Bewohner sehr herzlich, und wieder andere Muslime werden von den Engeln umarmt und ans Herz gedrĂŒckt. So besuchen sie die GlĂ€ubigen der ganzen Erde.
Welches sind nun die Wohnungen, welche die Engel nur von auĂen grĂŒĂen? Dies sind HĂ€user, in denen sich ein Hund befindet oder alkoholische GetrĂ€nke oder auch Bilder. Damit sind nicht gewöhnliche Abbildungen wie etwa Kinderbilder oder ĂŒberhaupt Photographien usw. gemeint, sondern solche Bilder oder Statuen, die Abgöttern gleich verehrt werden. Solche HĂ€user werden von den Engeln der Gnade nicht betreten, sie geben lediglich von drauĂen ihren GruĂ und gehen ihres Weges. Die HĂ€user, die sie zwar betreten, aber nach kurzem GruĂ wieder verlassen, sind die HĂ€user von Schlafenden. Die Bewohner sind sich der heiligen Nacht nicht bewuĂt, keiner wacht und betet, und die Engel geben ihren FriedensgruĂ und ziehen weiter. Eine dritte Gruppe von Wohnungen, in welche die Engel eintreten und die Bewohner herzlich begrĂŒĂen, sind die, in denen Dhikr und TasbĂźh, Lobpreis Gottes, gemacht wird. Und die HĂ€user, in denen gebetet wird, dort treten die Engel ein und umarmen die Betenden, und AllĂąh selbst entbietet ihnen den FriedensgruĂ.
Eines Tages sann der heilige Prophet ĂŒber den Zustand seiner Gemeinde, und er begann zu weinen, so daĂ ihm die TrĂ€nen ĂŒber den gesegneten Bart rannen und auf die Erde tropften. »Wie werden sie nur am JĂŒngsten Tage bestehen können â wird AllĂąh ihnen ihre SĂŒnden vergeben, oder werden sie fĂŒr die Hölle bestimmt sein?« Er weinte um seiner Gemeinde willen vom Tage seiner Geburt dreiundsechzig Jahre lang bis zur Stunde seines Todes. Und er rief: »O âAzrĂąâĂźl, Engel des Todes, strafe meine Gemeinde nicht, strafe mich lieber statt ihrer.« âAzrĂąâĂźl sprach zum heiligen Propheten: »O höchster Prophet AllĂąhs, ich habe Anweisung, die Seelen der GlĂ€ubigen deiner Gemeinde so zu nehmen, wie ich sonst nur die Seelen der Propheten nehme: etwa, wie man ein Haar aus der Butter entfernt.«
Als der Prophet nun wieder um seiner Gemeinde willen weinte, kam der Engel Gabriel zu ihm und sprach: »O Prophet AllĂąhs, der Herr verspricht, deiner Gemeinde all das zu geben, was Er den vergangenen Propheten gegeben hat â mit Ausnahme des Prophetenranges. Bis auf diesen Rang will Er ihnen dieselbe Gunst und Gnade erweisen. Denn Er sprach: âșFriede sei auf NĂ»h in den Weltenâč, und gab ihm auĂer dem FriedensgruĂ auch das Prophetentum und errettete ihn vor der Sintflut, und Er sprach: âșFriede sei auf MĂ»sĂą und HĂąrĂ»nâč, und gab ihnen Seinen Frieden und machte sie siegreich ĂŒber Pharao und sicher vor seinen Machenschaften. Dann sprach Er: »Friede sei auf IbrĂąhĂźmâč â auch IbrĂąhĂźm gab Er Seinen Frieden und schĂŒtzte ihn vor dem Feuer Nimrods und dessen Verderben. Nun entsendet Er mich (Gabriel wird auch âșRuhâč, Geist, genannt) in dieser heiligen Nacht der Macht mit Frieden fĂŒr deine Gemeinde, und wem Er Seinen Frieden sendet, auf den sendet Er auch Seine Gnade; gebt ihnen also diese freudige Botschaft. âșO Mein Geliebterâč, spricht AllĂąh, âșsei nicht um deine Gemeinde betrĂŒbt, denn Ich werde ihnen hohen Rang und WĂŒrde verleihen, wenn sie diese Welt verlassen!âč«
So unermeĂlich sind die Segnungen des heiligen Monats RamadĂąn.
Der heilige Prophet soll gesagt haben: »Wer in der heiligen Nacht der Macht dreimal die ShahĂąda sagt, der erhĂ€lt drei Geschenke von AllĂąh dem AllmĂ€chtigen: Alle vergangenen SĂŒnden werden ihm vergeben, Er wird ihn fest im Glauben begrĂŒnden, und Er wird ihn weiterhin auf dem Pfad der Frommen leiten.«
Der IâitikĂąf
Die Frau des heiligen Propheten, âĂâisha, möge AllĂąh mit ihr zufrieden sein, berichtet: »Wenn einer mit aufrichtiger und reiner Absicht in den letzten zehn Tagen des RamadĂąn IâitikĂąf â Absonderung, RĂŒckzug â in der Moschee ausĂŒbt, so wird ihm AllĂąh der AllmĂ€chtige alle SĂŒnden vergeben.«
âĂâisha berichtete auch: »Der heilige Prophet pflegte sich in den letzten zehn Tagen des RamadĂąn zum IâitikĂąf in die Moschee zurĂŒckzuziehen, bis zu seinem Todesjahr. âșUnd er gebot auch seinen Frauen, sich in ihren HĂ€usern zurĂŒckzuziehen und nicht auszugehen.âč«
Wenn auch nur einer aus einer ganzen Stadt diesen RĂŒckzug ausĂŒbt, so ist es fĂŒr alle Einwohner dieser Stadt ausreichend. Die Ăbung des IâitikĂąf bedeutet, daĂ man sich von allem Weltlichen streng zurĂŒckzieht, mit niemandem spricht und die Moschee nur zu den notwendigen Waschungen verlĂ€Ăt. Man fastet und betet, liest QurâĂąn, macht Dhikr und TasbĂźh, Gedenken und Lobpreis Gottes, und kommt erst zum âĂd-Gebet hervor. SelbstverstĂ€ndlich ist man wĂ€hrend dieser Tage von aller weltlichen Arbeit befreit. Es werden andere beauftragt, sich um das Essen zu kĂŒmmern und fĂŒr die den IâitikĂąf AusĂŒbenden zu sorgen.
FĂŒr Frauen ist der IâitikĂąf auch erlaubt und angesagt. Wenn eine Frau sich auch nur einen Tag im letzten Drittel des RamadĂąns absondern kann, ist es lobenswert. Wenn auch dies nicht möglich sein sollte â wegen Haushalt und Kindern â, so ist auch schon eine Stunde genug. Zum Beispiel kann sie nach dem SahĂ»r-Mahl, dem morgendlichen Fastenbeginn, sich zum Gebet begeben und vor AllĂąh die Intention zum IâitikĂąf aussprechen. Dann mag sie beten, was sie will, Tahajjud, TasbĂźh, Dhikr oder Ă€hnliches, und ihre Intention wird ihr angerechnet werden und sie vor dem Höllenfeuer bewahren.
Wenn der RamadĂąn zu Ende geht
Vom heiligen Propheten wird berichtet, er habe gesagt: »In der letzten Nacht des RamadĂąn versammeln sich alle Himmelsbewohner und weinen ĂŒber das UnglĂŒck, das ĂŒber die Gemeinde Muhammads hereinbricht.« Seine GefĂ€hrten fragten ihn: »Was ist dieses UnglĂŒck, o Prophet AllĂąhs?« »Das UnglĂŒck ist dies«, antwortete der heilige Prophet, »daĂ der RamadĂąn zu Ende geht, und mit ihm all die Segnungen, die er der Menschheit bringt.«
Himmel und Erde weinen darob, daĂ der RamadĂąn vergangen ist, wĂ€hrend wir doch eigentlich die sind, die weinen sollten, uns aber bedecken die Schleier der Achtlosigkeit, und wir wissen von nichts. Im RamadĂąn werden alle Gebete erhört, und jedes Almosen, Sadaqa, das man spendet, jede Form des Gebetes zĂ€hlt ein Vielfaches mehr als sonst. Die SĂŒnden werden vergeben und die Strafe der SĂŒnder aufgehoben. Wenn ein Mensch im RamadĂąn stirbt, wird er unmittelbar ins Paradies getragen, ohne die Strafe des Grabes ertragen zu mĂŒssen. Gelobt sei AllĂąh der Erhabene, der uns diesen heiligen Monat beschert hat!
Die ZakĂąt al-Fitr
Die ZakĂąt al-Fitr ist eine Spende, die jeder Muslim zu zahlen hat, auch wenn er den RamadĂąn nicht hat fasten können. Sie ist fĂŒr jeden verbindlich und besteht aus einem gewissen MaĂ an Weizen, Rosinen oder dergleichen oder dessen Entsprechung in der jeweiligen WĂ€hrung. Diese Fitra muĂ vor dem âĂd-Gebet entrichtet und kann bereits nach dem fĂŒnfzehnten RamadĂąn gegeben werden. Die Höhe wird jedes Jahr bestimmt und von den Moscheen bekanntgegeben. Wenn ein Kind vor dem âĂd-Gebet geboren wird, muĂ auch fĂŒr dieses Kind Fitra geleistet werden. Man gibt dieses Geld oder die Spende an einen Armen seiner Bekanntschaft oder an den ImĂąm, der die Spende zu verteilen weiĂ. Diese Fitra ist mit der Sajda der VergeĂlichkeit zu vergleichen, die man ausfĂŒhrt, wenn man einen Fehler in seinem Gebet gemacht hat oder etwas vergessen hat. In derselben Weise, wie die Sajda das Gebet vervollstĂ€ndigt, so ergĂ€nzt auch die Fitra das Fasten des RamadĂąn und macht all unsere eventuellen Fehler und VerstöĂe gegen das Fasten gut: einen falschen Blick oder ein falsches Wort oder einen unguten Gedanken.
Das Fasten hat zwei FlĂŒgel: Der eine FlĂŒgel ist unser Fasten, der andere die Fitra, die wir geben. Wenn wir das Geben der Fitra vernachlĂ€ssigen, bleibt unser Fasten in der Luft hĂ€ngen und kann sich nicht in die Göttliche Gegenwart emporschwingen. Wenn wir die Fitra entrichtet haben, geben wir unserem Fasten den zweiten FlĂŒgel, und es erreicht damit den Thron des AllmĂ€chtigen.
Eines Tages kam der GefĂ€hrte âUthmĂąn, möge AllĂąh mit ihm zufrieden sein, zum heiligen Propheten , salla llĂąhu 'alayhi wa sallam, und sagte: »O Prophet AllĂąhs, ich habe vergessen, die Fitra vor dem âĂd-Gebet zu geben. Als ich aber von dem Gebet kam und mich erinnerte, habe ich einen Sklaven freigelassen und zusĂ€tzlich zu der Fitra tausend GoldstĂŒcke gespendet. O Prophet AllĂąhs, wird AllĂąh meine Spende annehmen?« Der heilige Prophet antwortete: »O âUthmĂąn, und wenn du auf dem Wege AllĂąhs hundertmal soviel gespendet hĂ€ttest, wenn du hunderttausend Sklaven und hunderttausend Sklavinnen freigelassen und eine ganze Welt voll Silber und Gold gespendet hĂ€ttest, es hat alles nicht den Wert der Fitra, die vor dem âĂd-Gebet geleistet wird, denn die ZakĂąt al-Fitra ist Fard, heilige Pflicht.«
Wenn nach dem âĂd-Gebet die Muslime heimgehen, spricht der Herr zu Seinen Engeln: »O Meine Engel, wenn ein Arbeiter seine Pflicht getan hat, muĂ er fĂŒr seine MĂŒhen entlohnt werden. Meine Diener haben gehorsam einen ganzen Monat gefastet, jetzt kommt die Zeit, da Ich sie belohne.« Die Engel antworten: »O erhabener Herr und Gott, hast Du ihnen nicht schon so viel Gnade und Segen wĂ€hrend des RamadĂąns erteilt, was könnte ihnen noch an Lohn fehlen?« Da spricht AllĂąh der Herr zu ihnen: »Meine Engel, der Segen, den Ich ihnen fĂŒr jeden Fastentag gab, war nur ein Ehrengeschenk, nicht aber ihr Lohn. Bei Meiner göttlichen Allherrlichkeit, Ich werde sie lohnen mit dem, âșwas kein Auge je gesehen, kein Ohr je gehört und kein Menschenherz sich je erdachtâč (HadĂźth qudsĂź).«
âĂâisha, die Frau des heiligen Propheten, berichtet, der heilige Prophet habe gesagt: »Am JĂŒngsten Tag wird alles Volk auferweckt werden, und alle werden hungern und dĂŒrsten, auĂer den Propheten und ihren Angehörigen und den Muslimen, die im Rajab, ShaâbĂąn und RamadĂąn gefastet haben; sie werden weder Hunger noch Durst verspĂŒren.«
Der heilige Prophet sagte: »Das Fasten des RamadĂąn und das Lesen des QurâĂąns werden am Tag der Auferstehung FĂŒrsprecher fĂŒr die Muslime sein. Der RamadĂąn wird sagen: âșO AllĂąh, Dein Knecht enthielt sich allâ meine Tage der Speise, des Tranks und seiner GelĂŒste, darum gib ihn mir!âč Der QurâĂąn wird sagen: âșHerr, dieser Deiner Knechte versagte sich den Schlaf in den NĂ€chten, um in mir zu lesen; darum gib ihn mir jetzt!âč AllĂąh der AllgĂŒtige wird ihre FĂŒrsprache annehmen und diesen Diener in die GlĂŒckseligkeit einfĂŒhren.«
Wenn der JĂŒngste Tag gekommen ist, verleiht der Herr dem RamadĂąn eine Gestalt, so wie alle Gebete eine Form annehmen. Dem RamadĂąn wird eine wunderschöne Gestalt gegeben, so daĂ alle, die auf ihn blicken, vor Erstaunen sprachlos sind. Er bewegt sich durch die Reihen der auferstandenen Seelen, bis er vor den Thron der Allherrlichkeit gekommen ist, und dort fĂ€llt er in Anbetung nieder. AllĂąh, der Herr des Gerichts, spricht dann zu ihm: »O RamadĂąn, sage, was du von Mir wĂŒnschest, Ich werde es dir gewĂ€hren.« Der RamadĂąn sagt dann: »O AllĂąh, mein Gott, ich wĂŒnsche mir, daĂ Du mir all diejenigen gibst, die wĂ€hrend meiner Tage gefastet haben und mich in der Aufrichtigkeit ihres Herzens geachtet haben.« Der Herr spricht dann zum RamadĂąn: »Geh zum Feld von âArafĂąt; dort findest du all die, die gefastet haben und deinen wahren Wert zu schĂ€tzen wuĂten. Geh hin und bringe sie alle zu Mir!« Der RamadĂąn geht zum Feld von âArafĂąt, findet jene, die gefastet haben, und bringt sie vor die Göttliche Gegenwart. »O RamadĂąn, sind es diese, die deinen wahren Wert gekannt haben?« â Den wahren Wert des RamadĂąn kennen bedeutet, daĂ man nicht iĂt, wĂ€hrend ein anderer hungrig ist, daĂ man seine Zunge zu hĂŒten weiĂ vor böser Rede und Verleumdung, daĂ man sich in acht nimmt vor allem, was unerlaubt ist, sein Auge vor dem Blick auf Verbotenes, seine Hand vor dem Griff nach Unrechtem hĂŒtet. Die solches aus Gottesfurcht unterlassen, die haben den wahren Wert des RamadĂąn erkannt. Von ihnen spricht AllĂąh, wenn Er den RamadĂąn nun fragt: »O RamadĂąn, was soll Ich Meinen Dienern bescheren?« Der RamadĂąn antwortet AllĂąh und sagt: »O Herr, bekleide sie mit den GewĂ€ndern des Paradieses und setze ihnen die Krone der GröĂe aufs Haupt.«
AllĂąh gewĂ€hrt Seinen Dienern all dieses und macht sie zudem zu FĂŒrsprechern fĂŒr je siebzig Personen, die das Höllenfeuer verdient haben. Er gibt ihnen siebzigtausend Huris zu Gemahlinnen und lĂ€Ăt sie auf dem BurĂąq, dem himmlischen geflĂŒgelten Pferd, ĂŒber die BrĂŒcke des SirĂąt reiten, schneller als der Blitz. Dann spricht AllĂąh: »O RamadĂąn, was wĂŒnschst du noch, daĂ Ich diesen Dienern gebe?« »O AllĂąh, daĂ sie doch im Höchsten Paradiese die Nachbarn der seligen Propheten sein mögen! Mein Gott, alles, was ich ihnen wĂŒnschen kann, ist dies; aber Deine GĂŒte und gnadenvolle Barmherzigkeit sind unermeĂlich, so gib ihnen, was Deiner Herrlichkeit und göttlichen MajestĂ€t entspricht.«
AllĂąh belohnt sie dann aus Seiner unendlichen Schatzkammer und gibt einem jeden tausend Schlösser aus Rubin und Smaragd und tausend StĂ€dte mit je tausend prĂ€chtigen WohnstĂ€tten im Paradies. Dieses GlĂŒck wird von ewiger Dauer sein.
[Der obige Text wurde mit freundlicher Genehmigung des Verlages dem schönen Buch von Amina Adil, "Ramadan, Ăber die heiligen Monate Rajab, ShaâbĂąn, RamadĂąn, das Fasten, das Gebet und mancherlei mehr" entnommen. ]
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